LA Freeway

A special way of being alive

Der in London lebende Fotograf IMMO KLINK hat über mehrere Jahre hinweg Menschen auf den FREEWAYS von LOS ANGELES porträtiert – und mit ihnen die MYTHEN, Träume und Wirklichkeiten einer Stadt eingefangen, die vom UNTERWEGSSEIN geprägt ist. Wir zeigen eine Auswahl weiblicher Protagonistinnen der Serie.

Text: Fotos: Immo Klink

Immo Klink LA Freeway
Immo Klink LA Freeway

„Die Freeway-Erfahrung … ist die einzige säkulare Kommunion, die Los Angeles kennt. Bloß auf dem Freeway zu fahren ist keineswegs dasselbe wie an ihm teilzuhaben. Jeder kann auf dem Freeway ‚fahren‘, und viele, die keine Berufung dafür haben, tun es dennoch – sie zögern hier und wehren sich dort, verlieren den Rhythmus des Spurwechsels, denken darüber nach, woher sie kommen und wohin sie gehen.

Die eigentlichen Teilnehmer denken nur an den Ort, an dem sie sich gerade befinden. Teilnahme im eigentlichen Sinn verlangt völlige Hingabe, eine Konzentration so intensiv, dass sie wie eine Art Trance erscheint, eine Verzückung des Freeways. Der Geist wird klar.“

 

— Joan Didion, The White Album (1976)

Immo Klink LA Freeway
Immo Klink LA Freeway
Immo Klink LA Freeway
Immo Klink LA Freeway

„Die Freeways werden zu einer eigenen Form des Lebensgefühls… Die extreme Konzentration, die in Los Angeles erforderlich ist, scheint einen Zustand gesteigerter Wahrnehmung hervorzurufen, den manche Einheimische als geradezu mystisch empfinden.“ 

 

— Reyner Banham, Los Angeles: The Architecture of Four Ecologies, 1971

Immo Klink LA Freeway
Immo Klink LA Freeway
Immo Klink LA Freeway

Lieblingsfantasien? „So viele von ihnen träumten von Porsches oder Mark IVs", erinnerte sich Ballance. „Sie träumen von Autos, Mann! Ich fragte eine: ‚Darf ich Sie zur Miss Pistonhead (Autonärrin) 1972 küren?’ Sie erwähnen sogar die Farben. Eine sagte, sie wünsche sich eine lange Mercedes-Limousine. Ich fragte: ‚Welche Farbe?’ Und sie antwortete: ‚Magenta’.“ 

 

— aus „Ode to the Freeway“, von Steven V. Roberts, erschienen in der New York Times (1973)

Der Londoner Fotograf Immo Klink.

Immo Klink fotografiert für Labels wie Levi’s und internationale Medien wie das „The New York Times Magazine“, „AnOther Magazine“, „Dazed & Confused“, „i-D Magazine“, „SZ-Magazin“ oder „ZEITmagazin“. Seine Arbeiten werden weltweit an renommierten Kunstorten ausgestellt. Er wurde 1972 in Deutschland geboren, hat Rechtswissenschaft studiert und engagiert sich als politischer Aktivist.

Der Fotograf des Monats: Immo Klink

Text: Paula Pankarter

Ein Foto aus Klinks Serie "Mayday at Mayfair".

Bei Immo Klink trifft Mode auf Aktivismus, denn der Londoner Fotograf verbindet Fashionfotografie mit Kapitalismuskritik. Diesen Spagat meistert er mit authentischen Aufnahmen, die mit kommerzieller Bildsprache spielen und zum Nachdenken bewegen. Fotografiert hat er unter anderem für Levi's, Benetton und das Magazin The New Yorker. In unserer Beauty Issue zeigen wir seine Fotoserie Mayday at Mayfair, die dokumentiert, wie am 1. Mai Londoner Luxusboutiquen ihre Schaufenster wegen angekündigter Krawalle von Kapitalismusgegnerinnen verbarrikadierten. Ein Gespräch über Konsumismus, Mode und Schönheit

„Woher kimmsch'n Du?“

Text: Antje Mayer-Salvi, Fotos: Andreas Kronthaler

Selbstporträt in pinken Schlüpfern

Aufgewachsen ist der Modedesigner Andreas Kronthaler, Ehemann von Vivienne Westwood, im Zillertal in Tirol. Wir könnten ihn fragen, wie es so war, Tee mit Prince Charles zu trinken. Tun wir aber nicht. Wir sprechen über die Mostbeer-Nocken seiner Oma und die Pelzmäntel der alten Tante in Graz. Inzwischen ist Vivienne Westwood verstorben. Wir haben das Gespräch nicht geändert und so belassen, wie es damals kurz vor ihrem Tod gehalten wurde. 

Die Astrophysikerin

Text: David Meran, Fotos: Katrin Binner, Josef Köröcz, Tobias Meran

Die Astrophysikerin Sibylle Anderl

Wir Menschen sind nichts anderes als Sternenstaub und drehen uns wie die Erde gerne im Kreis. Was ein Kreisverkehr mit dem Kosmos zu tun hat, und warum die Milchstraße provinziell ist, besprechen wir mit der deutschen Astrophysikerin, FAZ-Redakteurin und Philosophin Sibylle Anderl. 

Die Soap&Skin

Text: Eva Holzinger, Fotos: Xenia Snapiro, Styling: Sarah Zalud-Bzoch

Die Musikerin Anja Plaschg, bekannt als Soap & Skin

„When I was a child, I toyed with dirt. I killed the slugs, I bored with a bough in their spiracle.“ Die österreichische Ausnahmekünstlerin SOAP&SKIN singt von Tod und Schmerz, von Natur und Heilung. Sie durchbohrt uns mit ihrer Stimme und schnürt uns die Luft ab, nur um uns dann im Anschluss besser atmen zu lassen. Man liest den Songtext zu Spiracle anders, wenn man weiß, dass Anja Plaschg in einem steirischen 200-Einwohner-Dorf auf einer Schweinemast aufgewachsen ist. Ein Gespräch über tote Schweine, Würfelzucker-Hexen und sprechende Bäume.