Bis 6.10: Vienna Design Week 19'

Vom Norden in den Neunten

Ab in den Norden: Die Vienna Design Week (bis 6.10) bringt finnisches Flair in die Stadt, denn das Event rückt die Heimat von Marken wie Nokia und Artek mit der Ausstellung Wild at Heart in seinen Mittelpunkt. Der neunte Wiener Bezirk steht heuer im Zentrum des Events und wird abseits von Studentenbars und universitären Institutionen auf den alljährlichen Passionswegen erkundet. Aber nicht nur durch städtische Expeditionen und Ausstellungen, sondern auch durch Produktpräsentationen und Talks will Direktorin Lilli Hollein Wien an den zehn Festivaltagen wieder zur Stadt voller Design machen.

Festivalzentrale der Vienna Design Week ist dieses Jahr das ehemalige WU-Gebäude über dem Franz-Josefs-Bahnhof. Wir fragen uns, ob der Standort ausgewählt wurde, um die finnische Saunakultur nachzuempfinden. Denn scheint die Sonne, wird es im Glashaus wahrscheinlich ähnlich heiß wie in einem Spa, von denen es in Finnland über sage und schreibe zwei Millionen gibt. In der Ausstellung Wild at Heart zeigt Designer und Kurator Tero Kuitunen Kunst- und Designobjekte elf finnischer Designerinnen und Brands, darunter Keramiken, Bilder, Fotos und eine Modekollektion.

„Wenn es in der Festivalzentrale gackert, dann laden Hennen zum Frühstücksei.“

Eine Automaten-Alternative für Spiegelei-Hungrige haben die Designerinnen Anastasia Egg(!)ers und Ottonie von Roeder entwickelt: einen Egg-to-go-Kiosk, betrieben von geschäftstüchtigen Hühnern. Wenn es in der Festivalzentrale gackert, handelt es sich also nicht um die Soundkulisse eines Experimentalfilms, sondern um Hennen, die ab 11 Uhr zum Frühstücksei laden. Neben diesem Designprojekt werden auch andere Arbeiten im Rahmen des Urban Food Schwerpunkts mit Talks und Touren präsentiert. Bei dem Format, das heuer zum zweiten Mal stattfindet, geht es um die Frage, wie nachhaltige Versorgung in Städten in Zukunft aussehen könnte. Wer eine abwechslungsreiche Art des Essens liebt,  wird Gefallen am Bestecksortiment mit Fettskalpell und Proteinlöffel finden, das in der Ausstellung zu sehen ist.




„Der Ausstellungsraum wird zur Gaminghalle“

Gaming ist eine Zeitverschwendung? Nein (!), findet die Vienna Design Week, die Gamedesign dieses Jahr zu ihrem Schwerpunkt macht und Besucherinnen in der Festivalzentrale „zocken“ lässt. In der Ausstellung Press Start - Österreichische Games interaktiv erleben können Computerspiele von österreichischen Game-Entwicklern ausprobiert werden - für Gaming-Begeisterte wird der Ausstellungsbesuch wohl ein langer werden. Das Game+Grafik Labor fungiert als Stätte der Zusammenarbeit zwischen Game- und Grafikdesignerinnen, wer will, kann ihnen dabei über die Schulter schauen. Kuratiert wird der Schwerpunkt von Grafikdesigner Erwin Bauer  und Jogi Neufeld, Gründer der Gameskulturinitiative SUBOTRON.

Organisatorin Lilli Hollein leitet die Vienna Design Week dieses Jahr zum 13. Mal in Folge. Bei den Passionswegen, die jedes Jahr stattfinden, geht es nicht ums Leiden, sondern um die Passion fürs Design, denn Designerinnen kooperieren dabei mit Wiener Betrieben. Die Arbeiten, die bei der Zusammenarbeit entstehen, können im Rahmen von Tours besichtigt werden, Ziel ist es den Besucherinnen so Entstehungsprozesse näher zu bringen und experimentelle Ansätze zu fördern.

Die Fotografinnen Susanna Hofer und Erli Grünzweil lassen für die Passionswege Zinnfiguren zu Shootingsstars werden. Im Zinnfigurenoffizin Kovar im neunten Bezirk tummeln sich Feuerwehrleute, Soldatinnen und Zirkusartistinnen en miniature, die zum Sujet ihrer Fotoreihe geworden sind. Die Bilder sind während der Vienna Design Week im Schaufenster des Geschäfts zu sehen.

 Alle weiteren Infos zur Vienna Design Week und das Festivalprogramm findet ihr hier!