16.10.–20.10.20: Die Performance „The Score“ im brut Wien

Bildende Kunst trifft Tanz

Der Soundtrack eines Films, der Spielstand eines Fußballspiels, der Punktestand bei einem Test: Der Begriff Score kann vieles bedeuten. In der Performance-Kunst ist der Score eine Art Anleitung für die einzuübenden Bewegungsabläufe. Die Zeichnungen des bildenden Künstlers Aldo Giannotti sind Anregung und loses Regelwerk für Performerin Karin Pauers Choreografie. Sie reflektieren über soziale Bindungen, Solidarität und alternative Formen der Begegnung - gerade in Zeiten wie diesen unumgänglich.

Eine Choreografie über das Choreografieren? „Es ist ein bisschen, wie einen Film zu sehen, in dem es darum geht, wie man einen Film macht“, erklärt der italienische bildende Künstler Aldo Giannotti. Seine Zeichnungen sind Basis für die Choreografie der österreichischen Performerin Karin Pauer.

Verschiedene Kapitel zeigen einzelne Arbeitsschritte innerhalb einer Performance-Produktion. Das Casting der Mitwirkenden, die Einübung der Bewegungsabläufe, die Inszenierung des Finales und alles dazwischen werden dargestellt. Karin Pauer, Lau Lukkarila und Arttu Palmio interagieren mit Giannottis Zeichnungen, die auf den Boden projiziert werden.

Eigentlich hätte es diesmal ein Publikumsgespräch geben sollen. Hundert Leute pro Vorstellung, vier Vorstellungen, also 400 Leute. 400 Leute, die mitten im Geschehen sind, herumgehen und die Performance von allen Seiten beobachten können, sie erweitern, oder auch stören. So hätte die Aufführung von The Score ursprünglich ablaufen sollen. Aber Corona hatte andere Pläne.

„Wir haben uns der Situation angepasst“, erzählt Giannotti. Konkret heißt das: Weniger Zuschauerinnen, fixe Sitzplätze  und wenig Interaktion mit dem Publikum - das ist die Realität, mit der die Künstlerinnen eben nun arbeiten müssen. Die fällt ihnen thematisch in den Schoß: Sie wollen dazu anregen, die Art unserer bisherigen sozialen Interaktionen zu überdenken und Alternativen zu finden. 

"The Score" ist nicht Pauers und Giannottis erstes Gemeinschaftsprojekt. Beim Donaufestival 2019 nutzten die beiden Künstlerinnen in einer Performance mit dem Titel this is where we draw the line elastische Schnüre, um damit Formen und Verbindungen um und mit dem Publikum zu schaffen.

Termine:

Am Freitag, den 16.10.; am Samstag, den 17.10.; am Montag, den 19.10. und am Dienstag, den 20.10. jeweils um 20 Uhr im brut am Schwendermarkt, Schwendergasse 41, 1150 Wien

Mehr Infos finden Sie hier!

studio brut

Zieglergasse 25

1070 Wien